Produzenten

Die Aflatoxine werden hauptsächlich von den Schimmelpilz-Arten Aspergillus flavus und Aspergillus parsiticus als Sekundärmetabolite gebildet.

 

Aspergillus

Aspergillus gehört zu der Gruppe der Schimmelpilze, genauer zu den Schlauchpilzen (Ascomyceten). Zudem wird dieser auch Gießkannenschimmel genannt. Diesen Namen erhielt diese Pilz-Gattung aufgrund der Form der Fortpflanzungsorgane, da diese an den Kopf einer Gießkanne beim Gießen erinnert. Aus dem Pilz-Myzel werden aufrechte Konidiophoren gebildet, welche wie folgt aufgebaut sind: Ein blasenförmiger Konidienträger (Vesikel) ist von einer Schicht, den Metulae, umgeben. Diese Zellen tragen die Phialiden, welche die eigentlichen Sporen, die Konidien, kettenförmig abschnüren. Darüber hinaus gibt es Aspergillus-Arten bei denen die Metula-Schicht fehlt.

Die Ausbildung der Sporen erfolgt asexuell, weswegen der Gießkannenschimmel zu den anamorphen Pilzen zählt.

Aspergillus - lichtmikroskopisches Bild

Der Wachstumsbereich der Aflatoxin-bildenden Aspergillus-Arten liegt bei ungefähr 4 – 50 °C und hat sein Temperaturoptimum zwischen 25 und 40 °C. Aufgrund dieser relativ hohen Temperaturen sind sie meist resistent gegen Austrocknung. Wegen dieser Toleranzen können die Pilze meist in tropischen und subtropischen Ländern gefunden werden. Sie kommen hier in der natürlichen Bodenflora vor, was eine besondere Belastung für Produkte aus dieser Region darstellt.

Dieser Schimmelpilz kann auf einer Vielzahl von Substraten wachsen. Besonders gut gedeiht er auf Lebensmitteln, im Speziellen auf Früchten, Gemüse, in Mehl, Nüssen, Marmelade oder Brot. Auch Futtermittel für Tiere können belastet sein und der Pilz damit im Kot dieser Tiere nachweisbar sein. Weiterhin ist dieser Pilz auch in Häusern zu finden: In feuchtem Holz, Tapeten, Stoffen und sogar Polstermöbeln. Somit kann er als ubiquitär angesehen werden.

 

Aspergillus flavus

Der Pilz Aspergillus flavus wird oft als Gelber Gießkannenschimmel bezeichnet. Grund hierfür ist eine gelbe Pigmentierung der Konidiophoren.

Weiterhin wurde Aspergillus flavus als Ursache für den „Fluch der Pharaonen“ diskutiert. In den Gräbern des Tutanchamun befanden sich große Mengen an Pilzsporen. Dies führte dazu, dass etliche Menschen, die an den Ausgrabungen beteiligt waren, relativ kurz danach verstarben. Grund hierfür ist einerseits die Produktion von Aflatoxinen durch Aspergillus flavus und andererseits kann dieser Pilz auch allergische Reaktionen auslösen. Die Zuordnung dieser Todesfälle zur Pilz-Belastung war aber nur schwer möglich, da die Mykotoxine eine Vielzahl von Krankheitsverläufen auslöste.

 

Aspergillus parasiticus

Wie Aspergillus flavus hat auch Aspergillus parasiticus die Fähigkeit Aflatoxine zu bilden. Grund dafür ist, dass A. parasiticus mit A. flavus sehr nahe verwandt ist. Eine Unterscheidung beider Arten ist mit einfachen Methoden in der Regel nur durch Betrachtung im Mikroskop möglich, da dem A. parasiticus die Metulae der Konidiophoren fehlen. Deswegen ist das Vesikel direkt von den Phialiden umgeben.

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